Arteya

Dienstleistungen rund ums Pferd

Angela Kaiser-Mayer, B-Trainerin Westernreiten

Westernreiten -

Nachbericht zum Kurs Basispass & Reitabzeichen in Bronze

vom 21.9 - 12.10.2003 (aus Sicht zweier schwer gestresster Prüflinge)

Fotogalerie:

Die Fotos sind von Frank Baunach, Iris und Petra Ley.

An 3 Wochenenden zwischen dem 21.09. und dem 12.10.03 fand der Kurs für den Basispass und das Reitabzeichen in Bronze, geleitet von Angela Kaiser-Mayer und Sonja Braun, statt. Am ersten Wochenende und dem Samstag des zweiten Wochenendes wurde den 6 Kandidaten des Reitabzeichens und den 2 Basispass-Teilnehmern von Angela Kaiser-Mayer in kurzweiliger, abwechslungsreicher und interessanter Form die Theorie vermittelt. Es wurde viel gelacht und wir hatten viel Spaß. So ganz langsam wurde uns klar, dass das alles vielleicht doch nicht ganz so einfach sein sollte, wie wir uns das alle dachten. Mit welchem Organ flehmen Pferde? Wie lautet die Fußfolge im Linksgalopp? Und was ist mit Pferden, die mit einem langen Rücken oder zu kurzem Speckhals laufen? Bodeneng, zehenweit, kuhhessig und fassbeinig?

In der Theorie so "alleswissend", von Angela bestens vorbereitet und hochmotiviert, kann ja in der Praxis nichts mehr schief gehen. Dachten wir.. Bandagen wickeln ist schwieriger als man annimmt und überhaupt, wozu gibt es denn Gamaschen? Vielleicht hätten wir in der Theoriestunde doch besser zuhören sollen als es um die Verteilung der Knochen ging. Wir haben dann mit dem guten alten "Sidestep" (Testpferd und ebenfalls hochmotiviert) und seinen Knochen gewissermaßen Mikado gespielt was sich aber nicht als sonderlich schlimm herausstellte, da dieses Pferd ohnehin keinen fühlbaren Puls hat! Nachdem nun alle diese Dinge geklärt waren, Angela und Sonja uns versicherten, dass auch dieses Pferd einen Pulsschlag hat und sich offensichtlich bester Gesundheit erfreut, weil es doch auf der Hufsohle "läuft" und nicht wie irrtümlich angenommen auf der Huflederhaut, gingen wir zum praktischen Teil über.

Als wir in die Halle einritten, machte sich angesichts des großen Werbebanners entlang der langen Seite ein etwas bedrückendes Gefühl in uns breit. Das hat doch wohl nicht zu bedeuten, dass man ausgerechnet hier Werbung für ein Bestattungsinstitut aufhängt? Wo bleibt denn da die Pietät? Die verunsicherten Kursteilnehmer beschlossen dann diese Werbung schlichtweg zu ignorieren und zu gegebener Zeit wieder darauf zurück zu kommen. Ganz Ohr lauschten wir, was uns aufgetragen wurde. Einreiten linker Hand, auf Zirkellinie blablabla.. Das kann ich ja, da hör ich einfach weg und lästere mit der Nachbarin doch lieber über fremde Pferde. Und nur so kann ich mir erklären, warum dann ganz andere Pattern geritten wurden als vorgegeben. Mann, dass das die Trainer nicht mögen, wenn man zeigt wie gut man improvisieren kann. Im Trail lief es dann ganz ähnlich. Wer kann auch mit zugeeisten Ohren schon hören, was die Trainer einem verzweifelt über den Parcours rufen?

Halfter drauf, Strick dran, Packtasche, Hufkratzer usw. vorschriftsmässig am Sattel verstaut und ab die Post ins Gelände. Es hat auch gedauert bis wir armen Prüflinge mit einem Schnaufer und den Worten: "Ok, das kann man lassen" endlich nach Hause entlassen wurden um dann am nächsten Morgen pünktlich, erholt und absolut selbstsicher zur Prüfung "anzutraben".

Mit der Pünktlichkeit war es dann schon vorbei; denn die Leute, die ihr Pferd nicht zur Übernachtung in der Pfalzmühle stehen hatten, scheiterten am nächsten Morgen an einer angeblich gesicherten Unfallstelle an der Autobahnabfahrt, die für die Verfasserinnen aber doch eher den Eindruck einer Wanderbaustelle erweckte.

Nachdem mit 45 min. Verspätung mit dem schriftlichen Teil der Prüfung begannen und diese auch alle mit Erfolg ablegten, war das Eis gebrochen und danach ging eigentlich auch alles ganz schnell.

Dank unserer Prüfer, Frau Susanne Haug und Frau Gabriele Nimsky, die es wirklich verstanden uns über die Hemmschwelle zwischen Prüfer und Prüfling zu "tragen" und durch präzise Fragen gekonnt und vorbehaltlos zu testen, lief alles wie am Schnürchen. Wir blieben keine Antwort schuldig und verritten uns weder im Trail, noch in der Horsemanship und im Gelände zeigten wir eifrig, was wir gelernt haben. (Na ja, so ein bisschen Bundeswehrjargon herrschte schon.. "Aaaaaaabteilung links um links um! MARSCH!!!!)

So kam es, dass wir "fast" alle die angestrebten Ziele erreichten und unsere Urkunden mitnehmen konnten.

An dieser Stelle lieben Dank an unsere beiden Trainerinnen, Angela Kaiser-Mayer und Sonja Braun, die uns mit einer Engelsgeduld und gleichzeitig stoischer Gelassenheit auf diese Prüfung vorbereiteten. Und ebenso ein dickes Lob und vielen Dank an unsere Prüferinnen, Frau Susanne Haug und Frau Gabriele Nimsky, die uns zwar wirklich mit Fragen löcherten, aber uns auch zeigten, dass man eben mehr zum Reiten braucht als "nur" ein Pferd.

Petra Ley und Carmen Bonnet